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Klima und Fläche im Wechselspiel

Klimaschutz und Klimafolgenanpassung spielen in der NRW-Landespolitik eine wichtige Rolle.


Naturnaher, unversiegelter Boden ist ein wichtiger Baustein im geophysikalischen Gleichgewicht.


Zur Bewältigung der Klimafolgen trägt nachhaltige Flächenpolitik bei.

Aktivitäten der Landesregierung

Der Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind auch in NRW zentrale gesamtgesellschaftliche Themen. So hat die Landesregierung NRW das erste Klimaschutzgesetz in Deutschland erlassen. Die inhaltliche Ausgestaltung zum Erreichen der ambitionierten Ziele (25% CO2-Reduktion bis 2020 und 80% bis 2050 gegenüber 1990) erfolgt in einem breit angelegten Partizipationsverfahren zur Erstellung eines Klimaschutzplans. Ebenso verfügt die Landesregierung über eine umfassende Anpassungsstrategie zum Klimawandel und initiiert zusammen mit anderen gesellschaftlichen Akteuren unterschiedliche Projekte und Beratungsangebote in diesem Themenfeld.

Rolle der Fläche beim Klimaschutz

Klimaschutz und Klimafolgenanpassung sind dabei eng mit flächenpolitischen Themen verknüpft. Unter geophysischen Gesichtspunkten verfügt naturnaher und unversiegelter Boden über ein enormes Potenzial zur Speicherung bzw. Einlagerung von Kohlenstoff. Aufgrund ihres Speicherpotenzials von Wasser tragen Böden zur Evapotranspiration bei und leisten so einen Beitrag zur Abkühlung der unteren Atmosphärenschichten. Die Wechselwirkungen zwischen „Fläche“ und „Klima“ werden aus gesellschaftlicher Perspektive besonders im Bereich der Stadtplanung deutlich. Die bereits erwähnten klimatisch positiven geophysischen Eigenschaften des Bodens werden durch die Zunahme von Siedlungs-und Verkehrsflächen dauerhaft minimiert. Eine disperse Siedlungsstruktur induziert weiterhin ein höheres Verkehrsaufkommen und damit mobilitätsbedingte CO2-Emissionen. Hinzu kommt, dass bei der Ausweisung neuer Wohngebiete häufig Einfamilienhäuser im Vordergrund stehen, die pro Kopf gesehen wesentlich energieintensiver als kompakte innerstädtische Strukturen sind.

Ohne nachhaltige Flächenpolitik geht es auch mit dem Kampf gegen die CO2-Belastung nicht weiter. Foto: Fotolia
Extremwetterlagen werden künftig wahrscheinlicher. Foto: Fotolia

Risiken urbaner Strukturen bei Extremwetterlagen

Zieht man die Klimafolgenanpassung bei dieser Betrachtung mit hinzu, müssen aber auch die damit einhergehenden Zielkonflikte berücksichtigt werden. So sind kompakte und stark verdichtete urbane Strukturen wesentlich anfälliger für die Ausbildung von Hitzeinseln, die wiederum durch Hitzestress negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben können. Eine hohe Konzentration urbaner Infrastrukturen kann beim Eintreten von lokalen Extremwetterereignissen große Schäden verbunden mit hohen ökonomischen Belastungen hervorbringen. Im Zuge einer vorausschauenden strategischen Stadtplanung muss es demzufolge darum gehen, die flächen- und klimapolitischen Anforderungen und Potenzale sorgsam abzuwägen, um so beispielsweise wichtige urbane Luftleitbahnen frei von Bebauungen zu halten, klimatisch wichtige Freiflächen zu schützen und andererseits aber auch die mit einer weiteren Ausdehnung des Siedlungsraums einhergehenden Treibhausgasemissionen möglichst zu vermeiden.

Hierzu gibt es weiterführende Infos

Links
Klimaschutzgesetz NRW
Klimaschutzplan NRW
Klimaanpassungsstrategie NRW

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