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Daten und Fakten

Wissenswertes zum Flächenverbrauch in NRW

Flächeninanspruchnahme oder auch Flächenverbrauch wird definiert als Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV). Die Siedlungs- und Verkehrsfläche umfasst die Gebäude- und Freifläche, Betriebsfläche, Erholungs- und Friedhofsfläche und die Verkehrsfläche. Siedlungs- und Verkehrsfläche und versiegelte Fläche können demzufolge nicht gleichgesetzt werden, da in die Siedlungs- und Verkehrsfläche auch unbebaute und nicht versiegelte Flächen eingehen. Schätzungen ergeben für die Siedlungs- und Verkehrsfläche einen Versiegelungsgrad von 43 bis 50% (Statistisches Bundesamt 2014).

Reduktionsziel noch in weiter Ferne

Ein Blick auf die Entwicklung der täglichen Flächeninanspruchnahme in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass der tägliche Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsfläche seit Mitte der 2000er Jahre leicht abgenommen hat, aber in den letzten Jahren bei einem Niveau von ca. 10 ha täglichem Zuwachs stagniert. Das angestrebte Reduktionsziel der Landesregierung NRW von 5 ha* für 2020 ist damit noch in weiter Ferne, ganz zu schweigen von einem Netto-Null-Verbrauch. Täglich werden so immer noch Freiflächen in einer Größenordnung von 14 Fußballfeldern für Siedlungs- und Verkehrszwecke in Anspruch genommen!

*Zur Erreichung des Nachhaltigkeitsziels der Bundesregierung von 30 ha bis 2020 errechnet sich der Wert für die Bundesländer für das Jahr 2020 aus dem Ausgangswert der Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr im Zeitraum von 2001 bis 2004, der Anzahl der Einwohner im Jahr 2007 sowie der vorraussichtlichen Anzahl der Einwohner im Jahr 2020 (Prognose der Statistischen Bundes- und Landesämter) (vgl. UBA 2009: "Flächenverbrauch einschränken - jetzt handeln").

Der tägliche Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche in NRW liegt derzeit immer noch bei rund 9 Hektar pro Tag - das 5-Hektar-Ziel für 2020 liegt damit noch in weiter Ferne. Grafik: LANUV, Datengrundlage: IT.NRW

Differenziertes Bild in den Städten und Gemeinden

Schaut man auf die Kommunen des Landes zeigt sich ein differenziertes Bild, dennoch hat im Großteil der Kommunen eine Zunahme des Anteils der Siedlungs- und Verkehrsfläche über 5% stattgefunden. Eine Abnahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche ist nur in ganz vereinzelten Kommunen zu verzeichnen, was jedoch statistische Ursachen hat. Die Zunahme erfolgte in den letzten neunzehn Jahren hauptsächlich in den peripheren ländlichen Gebieten und Ballungsrandzonen um große Städte der Rhein-/Ruhrschiene sowie um Münster. Regionale Wachstumsschwerpunkte sind zudem südlich von Paderborn zu erkennen. Die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche geht dabei größtenteils auf Kosten der Landwirtschaftsfläche, hier gingen über 118.000 ha wertvoller Acker- und Grünlandflächen verloren. 

In den meisten Kommunen nimmt die Siedlungs- und Verkehrsfläche weiter zu - allerdings mit unterschiedlicher Intensität. Grafik: LANUV, Datengrundlage: IT.NRW

Mehr Informationen zum Flächenverbrauch

Links

Flächenbericht 2015 des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
Umweltindikatoren NRW
Monitor der Siedlungs- und Freiraumentwicklung des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung  

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